Weißt du, wie viel Wölkchen stehen…

Es ist so weit. Das Grundgerüst für diesen Blog steht endlich. Aber bis hierhin war es ein langer Weg.

Angefangen hat alles mit einem Livehörspiel, das ich besucht habe. Dort stand der „Bösewicht“ auf der Bühne und verkündete: „… werden wir verspottet und zu Autisten erklärt.“ Ich dachte, ich höre nicht recht. Hatte der Schauspieler wirklich „Autisten“ gesagt? Hieß dieser Satz im Umkehrschluss, wenn man als Autist bezeichnet wird, ist das eine Verspottung?!
Da saß ich also und hatte mich trotz meiner Schwierigkeiten, die man als Asperger-Autist nun mal so hat, in so eine Großveranstaltung gewagt, ganz allein. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich auch vergleichsweise wohl gefühlt und mich gefreut, dass ich es tatsächlich geschafft hatte, dort zu sein. Jetzt saß ich da, total eingeschüchtert und blickte mich um. Die anderen Zuhörer waren weiter fröhlich bei der Sache, die Sprecher fuhren ganz normal mit dem Hörspiel fort. Keiner schien sich irgendwelche Gedanken über diesen Satz zu machen. Und zum Glück starrte mich auch keiner an. In solchen Momenten bin ich einfach dankbar, dass man mir meine Diagnose nicht ansieht. Denn wenn ich solche Sätze höre, bekomme ich Angst vor dem Bild, das andere Menschen von Autismus und somit auch von Autisten haben. Es ist so schon schwer genug, zu seiner eigenen Diagnose zu stehen.
Dies mag vielleicht nur ein kurzer, beiläufiger Satz gewesen sein, bei dem sich der Autor des Hörspiels nicht viel dachte, aber mich hat es dennoch hart getroffen. Wenn ich so etwas wie in dieser Veranstaltung erlebe, würde ich mich am liebsten verkriechen und behaupten, ich wäre ganz normal. Aber das stimmt nicht. Und es wird dadurch auch nichts besser.

Aus diesem Erlebnis heraus ist die Idee zu diesem Blog entstanden. Und ich habe ein paar Freunde um Mithilfe gebeten. Wir möchten zeigen, was für uns Autismus bedeutet. Dabei geht es darum, wie wir unseren Alltag und die Menschen um uns herum erleben, unsere Probleme meistern und noch vieles mehr. Wir möchten auch zeigen, wie vielfältig Autismus ist. Es gibt nämlich nicht „den“ Autismus und „den“ Autisten bzw. „die“ Autistin.
Natürlich ist uns klar, dass man mit einem Blog nicht das allgemeine Bild der Bevölkerung von Autismus verändern kann. Aber vielleicht bietet dieser Blog ja die Möglichkeit, unseren kleinen Beitrag dazu zu leisten. Ich bin schon sehr gespannt, wie sich dieses Blog-Projekt entwickeln wird.

Den Anfang macht ein dreiteiliger Artikel unserer Autorin Möwe, die ihre Eindrücke zum Thema ABA-Therapie schildert.

Nachtrag: In der Geschichte mit dem Live-Hörspiel hat sich etwas getan: Link.

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6 Gedanken zu „Weißt du, wie viel Wölkchen stehen…

  1. Collin

    Besteht die Möglichkeit per E-Mail informiert zu werden, wenn es einen neuen Artikel gibt?
    Habe gerade gesucht, bin aber nicht fündig geworden.

    Antwort
    1. Sternensucher Autor

      Ja, die Möglichkeit besteht. Wenn man auf der Startseite ist, wird unten rechts am Rand ein kleines Feld eingeblendet, auf dem „Folgen“ steht. Klickt man da drauf, öffnet sich ein kleines Fenster, in das man die eMail-Adresse eintragen kann.

      Antwort

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