Therapieantrag – ein vorläufiger Erfahrungsbericht (Teil 3)

Hier geht es zu Teil 1, und hier zu Teil 2.

Sommer 2014. Etwas Zeit ist vergangen. Ich bin immer noch gut beschäftigt mit der Aufrechterhaltung meines Alltags, da erreicht mich erneut ein dicker Brief vom Amt. Ich werfe ihn in die Ecke und öffne ihn nicht. Nach ihrem Urlaub ist meine BeWo Frau wieder da, sie will mit mir den Antrag besprechen und ausfüllen. Ich hole den Brief hervor und öffne ihn. Darin findet sich ein erneuter Antrag zur Sozialhilfe, sowie folgendes Schreiben:

*Sprachlosigkeit*
So ein PISSER Dreckskerl fieslicher Möp. Ich habe die verf*ckte Maßnahme im ATZ nicht begonnen WEIL SIE NICHT GENEHMIGT WURDE. Ich bin momentan derart belastet, dass ich eine Therapie dringend gebrauchen könnte. ABER ich bin derart belastet, dass ich den Antrag bis dato nicht ausgefüllt habe, weil ich keine Kraft habe, mich um diese ganze Scheiße zu kümmern. Zudem war ja auch noch gar nicht klar, ob ich ihn überhaupt ausfüllen MUSS.

Also lassen sie mich zusammenfassen, lieber Herr Stadtmitarbeiter:
Sie haben meinen Antrag verschlampt, geben das auch schriftlich zu (wie wäre es mal mit einer Entschuldigung?!), aber das ist ja nicht so tragisch, da ich die Therapie momentan ja nicht benötige, sonst hätte ich sie ja schon angefangen, auch ohne Genehmigung (ich kanns mir ja leisten, die privat zu bezahlen, ich habs dicke mit BaföG und Kindergeld). Und ich benötige sie nicht weil ich zu belastet bin (!!!). Des weiteren schlagen Sie nun vor, ich solle meinen Antrag bei Ihnen zurückziehen, weil ich momentan ja eh nicht in der Lage bin, die Therapie wahrzunehmen (weil ich zu belastet bin… sorry, ich muss das einfach immer wieder schreiben…es ist… unfassbar), und stelle ihn einfach in einiger Zeit direkt beim Landschaftsverband (…wenn ich irgendwann nicht mehr so belastet bin, grad dann brauche ich die Therapie ja am dringendsten). Damit ist das Amt fein raus, und dass der Landschaftsverband ihn dann wahrscheinlich eh ablehnt, weil ich ja noch keine Ablehnung oder Weiterleitung von der Stadt habe, ist dann ja nicht mehr Ihr Problem.
Gratulation zu diesem Schachzug. Die Geschichte ist damit von Ihrem Tisch und es bleibt Ihnen mehr Zeit für den gepflegten Plausch mit den Kollegen. Oder wie?! WAS genau an diesem Prozedere ist eine Vereinfachung „auch“ für mich?! Meinten Sie nicht eher: Eine Vereinfachung „nur“ für Sie selber?

Ich habe jetzt den ganzen Scheiß mit Amtsarzt etc. pp. durchgemacht, mich monatelang mit der Sache rumgeärgert, um jetzt alles umsonst gewesen zu lassen sein? Und in einiger Zeit fange ich das Spiel einfach malwieder von vorne an weil es mir so viel Freude bereitet? NICHT.
Bestimmt wird mir dann bei erneuter Antragstellung auch niemand negativ auslegen, dass ich den vorherigen zurückgezogen habe, nicht wahr?

Meine BeWo Frau sagt, dass ich das auf keinen Fall so machen soll. Also hau ich dem Stadtkasper entweder seinen verf*ckten Sozialhilfeantrag ausgefüllt um die Ohren oder ich werde definitiv keine Therapie machen. So traurig und fatal das ist. Ich weiß es nicht. Ich will nur meine Ruhe.

…to be continued…

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