Mit Autismus älter werden – Teil III

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Eine wesentlich vereinfachte Ausgangssituation bestünde natürlich darin, wenn im höheren Lebensalter lediglich eine Unterstützung bei der Regelung geschäftlicher Abwicklungen, Behördenangelegenheiten, der Organisation des Haushaltes, oder dergleichen benötigt würde. Für diesen Zuständigkeitsbereich gibt es übrigens die Möglichkeit des ambulant betreuten Wohnens, das grundsätzlich darauf abzielt, eine bestmögliche Eigenständigkeit zu fördern und entsprechend Hilfestellung gibt, ohne dabei unnötig vorher zugreifen.
Teilweise gibt es sogar Autismuszentren, die ein solches Betreuungskonzept ohnehin schon ab dem jungen Erwachsenenalter anbieten und es ist zu begrüßen, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt. Es erspart in etlichen Fällen mit Sicherheit das stationäre betreute Wohnen.

Das Thema Autismus und Alter ist jedenfalls hoch komplex. Das Leben im Alter lässt sich nur schwerlich planen und vor allem nur unzureichend vorausberechnen. Es ist eine ungewisse Zukunft und ich denke, allein schon aus diesem Grund für Menschen wie uns auch besonders schwierig, sich eines Tages damit auseinander setzen zu müssen. Denn man weiß ja nicht, was einen später erwartet und alles was unvorhersehbar ist, gestaltet sich für autistische Menschen nun mal als äußerst schwierige Herausforderung.

Doch auch hier lässt sich präventiv vorgehen, indem man auch in zunehmendem Alter weiterhin versucht, für eine körperliche und geistige Fitness, sowie einer psychischen Stabilität, entsprechend Sorge zu tragen. All das natürlich im Rahmen der individuell gegebenen Möglichkeiten und soweit es der eigene Autismus zulässt, versteht sich.
Denn auch für autistische Menschen im höheren Alter gilt generell, nichts ist so wertvoll, wie möglichst lange selbständig zu bleiben und ein Leben ohne jegliche Fremdbestimmung führen zu können!

Dabei könnten wir es in einem Punkt, rein prognostisch betrachtet, später unter Umständen sogar leichter haben, als unsere nicht autistischen Mitmenschen. Denn man bekommt ja immer wieder mit, dass ältere Personen unter Einsamkeit leiden, da sie das stete Alleinsein, was das Alter zwangsläufig mit sich bringt, oft nur schwerlich ertragen können. Folglich besteht daher eine innige Sehnsucht nach regelmäßiger Zuwendung und Unterhaltung, die sich häufig nur unzureichend verwirklichen lässt.

Dieses überhaupt für viele Menschen elementare Bedürfnis ist bekanntlich beim Autismus zumeist weniger stark ausgeprägt, oder mitunter sogar gar nicht vorhanden, was sich auch im Alter, aller Voraussicht nach, wohl nicht mehr verändern wird.
Ich denke, diese signifikante Eigenschaft autistischer Menschen bildet eine wichtige Grundvoraussetzung, um auch das Leben im späteren Alter wesentlich besser meistern zu können. Denn es ist von unschätzbarem Wert, nicht auch noch emotional von anderen Menschen abhängig sein zu müssen!

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