Gedankenkarussell Handwerker

Da sitze ich also, total angespannt und warte. Warte darauf, dass es an der Tür klingelt. Wobei warten nicht der richtige Begriff ist. Ich fürchte mich davor, dass es jetzt jederzeit an der Tür klingeln kann. Und ich fürchte mich auch davor, dass es nicht klingelt, weil das mein Warten nur noch verlängert.

Wie viele werden kommen? Einer, zwei oder drei? Werde ich mit ihnen klar kommen? Nehmen sie mein Problem ernst? Finden sie die Ursache für das Problem? Und vor allem: Können sie es schnell beheben? Oder werde ich jetzt wieder über eine Woche ohne Warmwasser sein? Oder finden sie gar nichts und ich bin mit meiner Angst wieder allein?

Jede Minute fühlt sich an wie eine Ewigkeit. Leider tendiert die Wahrscheinlichkeit, dass Handwerker pünktlich kommen, gegen 0. Nicht „um 15 Uhr“, sondern „ab 15 Uhr“. So etwas macht mich wahnsinnig!

Irgendwann wird es also gleich klingeln. Und ich muss einen oder mehrere völlig fremde Leute in meine Wohnung, meinen Schutzraum lassen. Und das dann aushalten. Wie lange, ich weiß es nicht.

Wie lange soll ich warten, bevor ich die Firma anrufe und nachfrage, wo die Handwerker bleiben? 15 Minuten? 30 Minuten? Schaffe ich es in meinem Zustand überhaupt zu telefonieren? Oder überhaupt mit sinnvoll mit den Handwerkern zu kommunizieren?

Wenn die Handwerker weg sind, wie geht es mir dann? Bin ich am Boden zerstört? Schaffe ich es noch, eine Wäsche anzusetzen? Kann ich mich davon erholen? Morgen muss ich wieder zur Arbeit und fit sein. Aber das Thema Arbeit ist noch einmal ein ganzes Gedankenkarussell für sich.

Und das Allerschlimmste ist: Wenn sie heute nicht weiterkommen mit dem Problem, werden sie wiederkommen. Und dann geht das alles von vorne los.

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4 Gedanken zu „Gedankenkarussell Handwerker

  1. Forscher

    kenne ich. Ich fürchte mich oft davor, dass sie zu schnell sprechen, noch dazu oft entweder im Dialekt oder gebrochen Deutsch, verstehe dann nicht, was sie brauchen/wollen. Und oft kann ich nicht erklären, wo genau das Problem liegt. Bis sie dann wieder weg sind, bin ich schweißgebadet. Die Warterei nervt mich auch, bin wie gelähmt bis sie kommen, kann davor keine Aufgabe mehr anfangen.

    Antwort
    1. Sternensucher Autor

      Ja, das geht mir ganz genau so. Der Tag ist dann quasi schon komplett im Eimer, egal wie es läuft.
      Und besonders mit dem gebrochenen Deutsch habe ich Probleme. Aber selbst wenn der Handwerker fließend Deutsch spricht, ist’s schwierig für mich vor lauter Aufregung 😦
      Das wäre so toll, wenn man was anderes beim Warten machen könnte. Aber ich bin dann auch komplett blockiert: „Es kann jeden Moment klingen – Es kann jeden Moment klingeln – …“

      Antwort
      1. Forscher

        ähnlich auch allgemein bei Nachmittagsterminen. Ich weiß dann oft nicht, was ich anfangen soll, weil ein paar Stunden später muss ich ja dann weg. Nochmal in die Stadt kostet Zeit, irgendwo anders hinfahren für 1-2 std…, da hab ich dann Schiss, dass ich die Zeit falsch einschätze. So verbringe ich dann die Freizeit davor mit Nichtstun und ärgere mich später.

      2. Sternensucher Autor

        Ja, kann ich gut verstehen. Deswegen versuch ich wenn möglich alle meine Termine direkt hintereinander zu legen. Klappt leider nicht immer :-/
        (sorry, ich kämpfe grad noch mit der kommentarfunktion…)

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