Irritierende Menschen in öffentlichen Verkehrsmitteln 2

Mir gefällt diese potenzielle „Serie“, darum nun ein Erlebnis, welches schon viele Jahre zurückliegt.

In der völlig überfüllten Straßenbahn saß damals in einem „Vierer“ ein hutzeliges, altes Männlein, Typ niedlicher Opi, mit kecken, strahlend blauen Äuglein unter buschigen weißen Augenbrauen, einem schlammig-karierten Altherrenhut und einem braunen Gehstock.
Es blickte sehr vergnügt in der Gegend umher und schien bester Laune.
Überall im Gang standen Menschen, und es war sehr eng. Unter anderem stand vor dem „Vierer“ des Opis eine Mutter mit ihrem Kleinkind, welches so ungefähr zwei bis drei Jahre alt gewesen sein könnte.
Das Kind hielt sich am Bein der Mutter fest.
Nun fing der Opi an, jedes Mal, wenn die Mutter nicht hinschaute, das Kind mit seinem Gehstock zu pieksen. Beim ersten Mal war das Kind nur verstört, beim zweiten Mal schon etwas mehr, und mit zunehmendem Gepiekse fing es dann an zu Heulen und klammerte sich immer fester an die Mama.
Der Opi hingegen hatte offensichtlich den Spass seines Lebens und lachte, und strahlte, und freute sich, während das Kind immer verstörter und verzweifelter wurde.
Alles, ohne dass die Mutter das auch nur im Ansatz mitbekommen hätte. Sie hat das Geplärre wohl als typisches Kleinkindverhalten gedeutet (volle Bahn, mitten im Gedränge, laut, stinkend, etc.) und geflissentlich ignoriert.

Ich werde nie die vor Vergnügen blitzenden Äuglein des alten Mannes vergessen und die Skurrilität der Situation!
Ob er wohl noch lebt?

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