Guten Morgen!

In meiner Ausbildung habe ich das erste Lehrjahr fast um. Viel ist passiert, viel hat sich geändert. Es gibt so vieles, worüber ich eigentlich gerne geschrieben hätte. Aber selten habe ich die Zeit und Ruhe dazu.

Aber jetzt habe ich es endlich geschafft, etwas zu schreiben. Es handelt sich um einen kurzen, typischen Ausschnitt meines Arbeitsalltages. Aber lest selbst 😉

 

Ich gehe durch den Flur zur Tür unserer Firma, drücke auf die Klingel und warte.

Ob mich demnächst wieder irgendjemand sieht, wie ich in den Fahrstuhl steige oder herauskomme? Was soll ich dann sagen? Immerhin sind unsere Büroräume ja nur im zweiten Stock, da sollte man ja eigentlich die Treppe nehmen. Ich brauche eigentlich diese kurze Pause im Fahrstuhl nach der Fahrt mit der Stadtbahn und den ganzen Leuten um mich herum. Aber wie soll ich das erklären?

Der Türsummer ertönt, ich stemme mich gegen die schwere Tür und quetsche mich durch. Beim Zufallen halte ich die Tür hinter mir fest, damit sie nicht zu laut ins Schloss fällt.

Hat das jetzt albern ausgesehen? Guckt gerade überhaupt jemand?

Ich entdecke einen Kollegen, der in meine Richtung schaut.

Hm, schaut der nur wer gekommen ist oder hat der mich beobachtet? Ohje…

Ich mache mich auf den Weg zum ersten Büro und rufe ein „Guten Morgen“ hinein.

Hm, jetzt habe ich gar nicht gelächelt. Sah das jetzt grimmig aus?

Nächstes Büro und wieder „Guten Morgen“.

War das jetzt zu viel gegrinst? Hm, vielleicht haben die ja auch gerade nicht so hingesehen. Hoffentlich…

Ein „Guten Morgen“ und ein geschlossenes Büro (kein „Guten Morgen“) später betrete ich das Büro, in dem ich mit drei weiteren Kollegen zusammen sitze. Einer ist gerade nicht da, die beiden anderen in ein Gespräch vertieft. So vertieft, dass ich auf mein „Guten Morgen“ keine Antwort bekomme. Aber ich weiß, dass das bei den beiden nichts zu bedeuten hat. Ich gehe zu meinem Computer und starte ihn.

Worum geht es in dem Gespräch? Ist es arbeitsbezogen? Geht es um etwas, was mich auch betrifft?

Mein Computer meldet, dass das Passwort falsch ist.

Ah, nicht zu hektisch tippen. Ruhe bewahren. Sonst kann ich das Passwort nicht richtig schreiben.

Da ist das Gespräch auch schon vorbei. Kollege B wünscht mir einen guten Morgen, Kollege A schließt sich an. Ich wiederhole mein „Guten Morgen“.

Hm, war das jetzt überflüssig? Haben die das erste „Guten Morgen“ überhaupt gehört? Oder nicht? Wenn nicht, dann haben sie vielleicht nicht gemerkt, dass ich jetzt zwei Mal „Guten Morgen“ gesagt habe.

Inzwischen habe ich das Passwort endlich richtig eingegeben. Ich stehe auf, um mir aus der Küche ein Glas zu holen. Auf dem Weg dorthin liegen noch mal gut ein halbes dutzend Büros. Na dann: Guten Morgen!

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4 Gedanken zu „Guten Morgen!

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