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Mit Autismus älter werden – Teil III

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Eine wesentlich vereinfachte Ausgangssituation bestünde natürlich darin, wenn im höheren Lebensalter lediglich eine Unterstützung bei der Regelung geschäftlicher Abwicklungen, Behördenangelegenheiten, der Organisation des Haushaltes, oder dergleichen benötigt würde. Für diesen Zuständigkeitsbereich gibt es übrigens die Möglichkeit des ambulant betreuten Wohnens, das grundsätzlich darauf abzielt, eine bestmögliche Eigenständigkeit zu fördern und entsprechend Hilfestellung gibt, ohne dabei unnötig vorher zugreifen.
Teilweise gibt es sogar Autismuszentren, die ein solches Betreuungskonzept ohnehin schon ab dem jungen Erwachsenenalter anbieten und es ist zu begrüßen, dass es diese Möglichkeit überhaupt gibt. Es erspart in etlichen Fällen mit Sicherheit das stationäre betreute Wohnen.

Das Thema Autismus und Alter ist jedenfalls hoch komplex. Das Leben im Alter lässt sich nur schwerlich planen und vor allem nur unzureichend vorausberechnen. Es ist eine ungewisse Zukunft und ich denke, allein schon aus diesem Grund für Menschen wie uns auch besonders schwierig, sich eines Tages damit auseinander setzen zu müssen. Denn man weiß ja nicht, was einen später erwartet und alles was unvorhersehbar ist, gestaltet sich für autistische Menschen nun mal als äußerst schwierige Herausforderung. Weiterlesen

Mit Autismus älter werden – Teil II

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Berührungen und Handhabungen durch fremde Leute sind für Menschen wie uns ohnehin schon eine unerträgliche Belastung. Das habe ich anhand sämtlicher Operationen noch hautnah in Erinnerung, nach denen ich wochenlang, in Gipsschalen liegend, unfähig war, für meine Körperhygiene selbst sorgen zu können. Jedenfalls wurde es für das Pflegepersonal des öfteren zur Geduldsprobe, mich pflegerisch und auch medizinisch versorgen zu müssen, was sich erst im Laufe des jungen Erwachsenenalters von meiner Seite her langsam besserte, da ich inzwischen gelernt hatte, mein diesbezügliches Unbehagen einigermaßen verbergen zu können.

Daher wäre es für mich ein Horrorszenario, wenn ich später mal wieder auf eine derartige Unterstützung angewiesen sein müsste. Doch da ich körperbehindert bin, ist diese Tatsache leider nicht so ganz von der Hand zu weisen. Daher könnte ich mir vorstellen, dass es diesbezüglich im Alter zu ähnlich gravierenden Problemen kommen wird, wie einst in meiner Jugend und ich kann auch mit diesem Hintergrund nur hoffen, dass mir das noch sehr lange Zeit erspart bleiben möge. Weiterlesen

Mit Autismus älter werden – Teil I

Älter werden, alt werden, ein Thema das irgendwann eines Tages über jeden Menschen hereinbrechen wird, auch wenn man diese Tatsache am liebsten verdrängen würde. Bei manchen verläuft dieser Prozess schleichend, bei anderen kommt es ganz plötzlich zu körperlichen, geistigen, oder psychischen Alterserscheinungen. Was für einen neuro-typischen Menschen mit oft erheblichen Einschnitten einhergeht, ist für einen autistischen Menschen eine mit Sicherheit noch problematischere Lebensphase. Denn von der älteren Generation wird ja ohnehin schon oft behauptet, sie sei zum Beispiel unflexibel, stur und halte an alten Gewohnheiten fest. Das heißt, es geht hier um grundlegende Eigenschaften vieler älterer Menschen, die jedoch im autistischen Spektrum schon seit Beginn des Lebens anzutreffen sind und sich bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gleichermaßen durch alle Entwicklungsphasen ziehen.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich laut gerontopsychiatrischer Fachkreise, die Fähigkeit der Kompensation autistischer Verhaltensweisen, ab einem gewissen höheren Lebensalter, mehr oder weniger, wieder zurückbilden könnte. Also diverse Strategien, die man sich im Erwachsenenalter, beispielsweise im Sozialbereich, mühsam angeeignet hat, werden sich voraussichtlich, je nach individueller Ausprägung des Autismus, im späteren Alter reduzieren. Weiterlesen