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Ausbildung und Berufsschule

In letzer Zeit ist es sehr still um mich geworden. Das hat vor allem mit meiner Ausbildung zu tun. Inzwischen befinde ich mich im dritten und letzten Lehrjahr. Und ich habe einiges erlebt. Auf welche Probleme ich dabei gestoßen bin, möchte ich euch jetzt gerne erzählen.

Ich mache meine Ausbildung in einer Firma, in der ich mich sehr wohlfühle. Das liegt vor allem auch daran, dass ich so liebe Kollegen habe, die Arbeitsatmosphäre ist sehr, sehr angenehm. Ohne das hätte ich nicht lange durchgehalten.

Trotzdem gab es zwischendurch immer wieder Momente, in denen ich komplett verzweifelt bin und die Ausbildung ernsthaft abbrechen wollte.

Eines meiner größten Probleme war und ist noch die Berufsschule. Ursprünglich sollte mir die erspart bleiben, aber mein Ausbilder bat mich schließlich, doch hinzugehen.

Ich kann im Moment noch nicht wirklich sagen, ob das die richtige oder die falsche Entscheidung war. Es spricht viel für beides, vielleicht kann ich diese Frage wohl nie wirklich beantworten. Aber von Anfang an. Weiterlesen

Herzlichen Glückwunsch zum Ausbildungsplatz?

Es ist soweit, in den kommenden Tagen werde ich meinen Ausbildungsvertrag unterschreiben. Eigentlich ein Grund zur Freude, oder? Ich muss nicht zur Berufsschule, darf mit reduzierter Stundenanzahl arbeiten und habe nette, verständnisvolle Kollegen. Aber irgendwie kann ich mich doch nicht richtig freuen. Im Gegenteil, ich habe panische Angst zu versagen.

Seit Jahren bin ich auf Arbeitssuche. Nach meinem Schulabschluss war ich erst mal total fertig. Nur mit großen Unterbrechungen habe ich Praktika machen können, in ganz verschiedenen Bereichen. Meine Eltern haben sehr darunter gelitten. Mein Vater wünschte sich, dass ich doch einfach endlich nur ein „wertschaffender Teil dieser Gesellschaft“ sollte. Meiner Mutter ging es bestimmt ähnlich. Und meiner Verwandtschaft ging alles nicht schnell genug: Ich war zu faul, nicht engagiert genug, müsste doch dieses und jenes probieren.

Für mich war es aber auch nicht leicht. In jedem Praktikum musste ich feststellen, dass etwas nicht stimmte. Irgendwie passte das alles nicht, funktionierte nicht. Und mir war klar, wenn ich das noch länger machen würde, würde ich das nicht lange durchhalten.
Und jedes Mal, wenn ich ein Praktikum beendete, hatte ich das Gefühl, versagt zu haben. Das war jedes Mal ein harter Schlag für mein sowieso schon geringes Selbstwertgefühl.
Und so stand ich bei jedem neuen Praktikum unter großen Druck. Dieses Mal musste es einfach klappen, ich wollte die Erwartungen meiner Eltern nicht wieder enttäuschen.
Aber innerlich hatte ich eigentlich die Hoffnung bereits aufgeben, mich einmal selbst finanzieren zu können. Nicht einmal ein Studium oder eine 40-Stunden-Woche schaffte ich. Beides hatte ich vergeblich versucht und war beide Male psychisch zusammengebrochen. Und das trotz Begleitung und Hilfsangeboten. Weiterlesen