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Therapieantrag – ein vorläufiger Erfahrungsbericht (Teil 4)

Teil 1, Teil 2, Teil 3

Herbst 2014. Nach nun ca. einem Jahr, am 25. September bekam ich nach mehrmaligem Hinterhertelefonieren endlich die Nachricht vom Amt, dass man eine Kostenübernahme der Therapie bewilligt. In dem Schreiben war von „eine Stunde Einzeltherapie sowie zwei Stunden Gruppentherapie“ die Rede, interessanterweise ohne Zeitangaben. Ob das jetzt nun pro Woche, pro Monat oder sonstwie gilt, entzieht sich meiner Kenntnis, ist aber glücklicherweise nicht mein Problem sondern das Problem vom ATZ, das direkt mit dem Kostenträger abrechnen wird. Beim ATZ zog sich alles noch ein wenig hin, aber nun, am 31. Oktober, hatte ich nun endlich meinen hart erkämpften, ersten Therapietermin.

Es scheint allerdings so zu sein, als ob ironischerweise die damals freche Argumentation des Amtes inzwischen tatsächlich der Realität entspricht: Ich bin nun anscheinend für die Therapie im ATZ zu belastet. Weiterlesen

Therapieantrag – ein vorläufiger Erfahrungsbericht (Teil 3)

Hier geht es zu Teil 1, und hier zu Teil 2.

Sommer 2014. Etwas Zeit ist vergangen. Ich bin immer noch gut beschäftigt mit der Aufrechterhaltung meines Alltags, da erreicht mich erneut ein dicker Brief vom Amt. Ich werfe ihn in die Ecke und öffne ihn nicht. Nach ihrem Urlaub ist meine BeWo Frau wieder da, sie will mit mir den Antrag besprechen und ausfüllen. Ich hole den Brief hervor und öffne ihn. Darin findet sich ein erneuter Antrag zur Sozialhilfe, sowie folgendes Schreiben: Weiterlesen

Therapieantrag – ein vorläufiger Erfahrungsbericht (Teil 1)

Herbst 2013. „Eine Therapie würde dir gut tun.“ Therapie. Diesmal sollte alles anders werden. Diesmal nämlich ging es um eine Therapie im Autismus-Therapie-Zentrum (ATZ). Zum ersten Mal in meinem Leben würde ich dort auf Therapeuten treffen, die sich mit Autismus auskennen, von denen ich mir Verständnis und produktive Hilfestellungen erhoffen konnte. Therapeuten, die nicht zum Ziel hatten, mir eine „schwierige Kindheit“ und Erziehungsfehler meiner Mutter als Ursache aller meiner Probleme einzureden. Die mir nicht Verbohrtheit und Renitenz unterstellen würden, ohne zu begründen, warum sie mich so wahrnehmen. Die Antidepressiva und Sedativa nicht für die Mittel der Wahl hielten. Die mir zuhören würden, mich ernstnehmen würden und mich in meiner Lebensbewältigung unterstützen könnten.
Ja, so eine Therapie würde mir bestimmt gut tun. Weiterlesen