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„Sprechen Sie dich dort schon mit Vornamen an?“

Eigentlich hätte man denken können, dass ich viel zu Hause schaffte. Genug Zeit hatte ich ja. Aber die Wahrheit sah meistens anders aus. Ich hatte eine lange Liste im Kopf mit Dingen, die erledigt werden mussten: Aktenablage, Abwasch, Wäsche, Putzen und der übrige Haushalt. Aufraffen konnte ich mich aber zu nichts. Nicht einmal dazu, ein Buch zu lesen. Obwohl ich genug Bücher auf meinem Lesestapel hatte, die mich auch interessierten und die ich wirklich gerne lesen wollte.
Es ist sehr frustrierend, wenn man zu nichts kommt, obwohl man deutlich mehr Zeit als genug hat. Lange Zeit habe ich überlegt, ob mir ein Ortswechsel vielleicht helfen könnte. Immer wieder hielt ich die Augen auf nach Cafés, in denen ich mich wohl fühlte und vielleicht sogar WLAN hatte. Dort könnte ich in Ruhe am Computer arbeiten, Bücher lesen und mich erholen. Na ja, zumindest theoretisch. Praktisch ist es in Cafés sehr laut und ich hätte dauernd Angst, dass ich meinen PC bzw. die Bücher dreckig mache. Ich kippe nämlich oft Gläser um und stelle mich auch sonst sehr ungeschickt an. Außerdem würde ich wohl die ganze im Hinterkopf berechnen, wie lange noch das Austrinken meines derzeitigen Kakaos (Kaffee mag ich nicht) heraus zögern könne und wann es Zeit für die nächste Bestellung ist. Wenn ich nichts zu trinken mehr habe, muss ich doch das Café verlassen. Oder etwas neues bestellen, was Interaktion mit dem Kellner bedeutet. Würde man mich rausschmeißen, wenn ich zwei Stunden an einem Kakao sitze? Und wie berechne ich ein angemessenes Trinkgeld?! Würde man mich irgendwann dort wieder erkennen und mich jedes Mal entsprechend begrüßen?! Bitte nicht!!!
All das wäre mir wohl durch den Kopf gegangen und ich wäre permanent sehr angespannt gewesen. Lange würde ich es also nicht in einem Café aushalten. Das war also keine gute Idee. Weiterlesen