Schlagwort-Archive: Kinder

Laternensingekinder

Es ist wieder soweit: Kinder ziehen mit Laternen um die Häuser! Die letzten beiden Jahre musste ich mich nicht damit auseinandersetzen, denn ich war am kritischen Abend zufällig nicht zu Hause.

Und ja, es ist ein kritischer Abend. Ich schrecke bei jedem Klingeln zusammen, denn ich erwarte ja keinen Besuch, und es lässt sich auch kein Muster erkennen, das Klingeln erfolgt in zufälligen Abständen. Ich erwarte jede Sekunde ein Klingeln, was mich ziemlich nervös macht, und werde trotz angespannter Erwartungshaltung jedes Mal erneut erschreckt.

Wenn ich keinen Besuch oder kein Paket erwarte, mache ich die Tür eigentlich grundsätzlich nicht auf. Meine Wohnung ist mein Rückzugsort, und hier möchte ich völlig ungestört sein, hier soll die komplette Außenwelt dort bleiben, wo sie hingehört: Draußen! Weiterlesen

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Elternsein mit Autismus – Teil II

Link zu Teil I

Besonders im Zusammenleben mit Kindern ist es relevant, sich in verschiedenen Bereichen des Alltages, im Rahmen der individuell gegebenen Möglichkeiten, ein Stück weit umzustellen. Denn das eigene Leben ist ja halt sehr auf gleichbleibende Strukturen ausgerichtet und unvorhergesehene Ereignisse führen bekanntlich situationsbedingt zu einer hochgradigen Überforderung.

Doch mit Kindern werden solche Inhalte plötzlich zum Familienalltag. Bei einem autistischen Kind besteht natürlich der Vorteil, dass es ebenfalls auf mehr oder weniger stark strukturierte Tagesabläufe und Routinen angewiesen ist und eine möglichst geradlinige Übereinstimmung kommt hier natürlich beiden Seiten überaus entgegen. Zwischen autistischen Eltern und Kindern besteht oft eine innige Bindung der besonderen Art, weil einfach beide recht ähnliche Eigenschaften aufweisen und mit zunehmendem Alter des Kindes eine gegenseitige Wahrnehmung für die jeweiligen Bedürfnisse des anderen vorhanden ist. Weiterlesen

Elternsein mit Autismus – Teil I

Es gibt nur wenige Themen, die in der breiten Öffentlichkeit so vielschichtig diskutiert werden, wie die perfekte Erziehung von Kindern auszusehen hat. Und da ich, insbesondere mit dem Hintergrund meiner damaligen institutionellen Unterbringung, zweifelsohne belegen kann, welche Folgen jegliche Erziehungsfehler bis weit ins Erwachsenenalter nach sich ziehen, halte auch ich es für unumgänglich, eine grundsätzlich gewaltfreie, verständnisvolle und wertschätzende Pädagogik zu vertreten.

In diesem Zusammenhang frage ich mich allerdings, warum gerade Menschen mit der Diagnose Autismus immer wiederkehrend die Fähigkeit abgesprochen wird, ein Kind erziehen zu können. Insbesondere, wenn es sich hierbei um ein ebenfalls autistisches Kind handeln sollte, was ja rein genetisch betrachtet, nicht unwahrscheinlich ist, sind meines Erachtens besonders günstige Voraussetzungen dafür gegeben. Weiterlesen